TN-Technologie für den Einsatz in Architekturverglasungen, ILEK, Universität Stuttgart

ILEK

Das FV "TN-Technologie für den Einsatz in Architekturverglasungen" der Universität Stuttgart, Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren, evaluierte die Anwendungsmöglichkeiten der TN-Technologie (twisted nematic) in Fassadenverglasungen als Alternative zu bisher bekannten schaltbaren Systemen.

Kurzreferat des Fraunhofer-IRB:

Aus der Bildschirmtechnik sind Anzeigesysteme bekannt, die zur Regelung des Lichtdurchganges und damit zur Anzeige von Bildern und Schriften, die sogenannte TN-Technologie (engl. "twisted nematic"), nutzen. Sie weisen ein extrem schnelles Umschaltverhalten von transparent zu verdunkelt bei einer vernachlässigbar geringen Farbverfälschung beim Lichtdurchgang auf. Das Ziel des Forschungsvorhabens war die Klärung der Frage, ob sich TN-Verglasungen als Alternative zu bisher bekannten schaltbaren Verglasungssystemen eignen.

Um die Anwendungsmöglichkeiten der TN-Technologie in Fassadenverglasungen zu evaluieren, wurden schaltbare Module des Typs GV66 der Firma BMG MIS GmbH angeschafft. Die spektrometrische Vermessung der Module und Modulkomponenten, die Bestimmung der Schaltgeschwindigkeiten und Langzeitversuche zur Alterungsbeständigkeit von Kleinmustern der TN-Zellen ermöglichten eine Charakterisierung des Systems. Darüber hinaus wurden 45 schaltbare Module in ein Isolierglas integriert. Die geschosshohe TN-Verglasung wurde im Fassadentestgebäude des ILEK eingesetzt und mit einer einfachen temperaturbasierten Regelung betrieben. Dadurch konnten empirische Untersuchungen im Testraum des Fassadentestgebäudes durchgeführt und die Effektivität der Verglasung im Hinblick auf die Licht- und Energiedurchgangsregelung sowie die Blendvermeidung bestimmt werden.

Durch die kleinteilige Strukturierung in viele einzeln ansteuerbare Bildpunkte ist es möglich, grafische Inhalte und Texte auf der Verglasung darzustellen. In Sekundenbruchteilen können einzelne Bereiche der Verglasung unabhängig voneinander angesteuert werden, um auf schnelle Änderungen der Bestrahlungsstärke zu reagieren. Dadurch wird eine gezielte Sonnen- und Blendschutzfunktionalität bei einer bestmöglichen Gesamthelligkeit im Raum erreicht.

Die Projektergebnisse haben ein großes Potential der TN-Verglasungen aufgezeigt, um sowohl den Nutzerkomfort zu steigern als auch den Energieverbrauch zur Gebäudekonditionierung zu reduzieren.

 

Förderhinweis: Gefördert wurde dieses Projekt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR).

Quelle: Bauforschungsprojekte Fraunhofer IRB

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