Additiv & Digital – Der Industriearbeitskreis "Forschung & Technologie" findet als Online-Event statt

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Während Verfahren wie Lasersintern im Bereich der metallischen Werkstoffe oder Fused Deposition Modeling im Bereich der Kunststoffe seit Jahren Einsatz finden, gestaltet sich die Herstellung von Bauteilen aus Glas noch schwierig.

Direkte Druckverfahren mit geschmolzenem Glas wie wir sie 2015 am MIT oder bei dem israelischen Hersteller Micron3DP gesehen haben, sind zwar für künstlerische Anwendungen einsetzbar, bieten jedoch nicht die "Druckauflösung" und Genauigkeit, wie sie zur Herstellung technischer Bauteile nötig wäre. Andere Verfahren stecken noch in den Kinderschuhen. Diese neueren Entwicklungsschritte im Bereich der Glasherstellung in Deutschland werden im Rahmen dieser Veranstaltung vorgestellt. Ergänzend werden bereits erprobte Technologien für andere Werkstoffe gegenübergestellt.

Aufgrund der weiterhin vorhandenen Einschränkungen bei Reisen und Veranstaltungen wird der Industriearbeitskreis "Forschung & Technologie" im August in einem digitalen Format stattfinden. In etwas komprimierter Form können so Projekte und Ergebnisse aus dem Bereich der additiven Fertigung mit Glaswerkstoffen vorgestellt werden.

Die Anmeldung ist ab sofort hier möglich, Zugangsdaten werden rechtzeitig vor der Veranstaltung bekanntgegeben.

Die Themen im Einzelnen:

 

Was ist additive Fertigung und welche
Herausforderungen gibt es bei der Planung
und Konstruktion mittels additiver Fertigung
hergestellter Produkte?

Torsten Wolschendorf
PROTOTEC GmbH & Co. KG

 

Der Vortrag geht einführend auf die Historie des 3D-Druckes ein. Die Verfahren
"Stereolithographie", "Selektives Lasersintern",  Fused Deposition Modeling" und
"Selektives Laserschmelzen" werden vorgestellt und in die Bandbreite der möglichen
Verfahren eingeordnet.

Die Herstellung von Produkten mittels additiver Fertigungsmethoden bedingt eine
andere Herangehensweise bei der Konstruktion und Planung der Produkte im
Vergleich zu anderen, konventionelleren Herstellungsmethoden. So wird
beispielsweise der Einsatz von Strukturen wie Gitter oder Waben werden diskutiert.
Weiterhin werden Konstruktionsmerkmale, der Umgang mit Stützstrukturen, Überhänge
und Hinterschneidungen besprochen, ebenso Bohrungen und Gewinde sowie
Toleranzen und Verzüge.

Additive Manufacturing of Glass
Components for Applications in the
build environment

 

Dr.-Ing. Matthias Seel
TU Darmstadt, MPA-IfW
Dr.-Ing. Michael Drass
Robert Akerboom M.Sc.

TU Darmstadt

Die Kombination von additiver Fertigung (AF) und dem Werkstoff Glas bietet völlig neue
Möglichkeiten für das Bauwesen, insbesondere im Fassadenbereich. Homogene,
transparente und individuelle Glas-Verbindungen und Verstärkungen aus Glas auf
Flachglas sind denkbar. Durch den „3D-Druck“ von Glas auf Flachglas können individuelle
und transparente Glasverbindungen bzw. Glasstrukturen entstehen, die eine
Lastübertragung von Flachglas auf die Unterkonstruktion ermöglichen. Es werden
Anwendungen und Potenziale dieser Anwendungen vorgestellt.

Herstellung und Eigenschaften von
Glassomer-Produkten

Frederik Kotz
Dr. Dorothea Helmer

Glassomer GmbH, Freiburg

Glassomer ist ein Siliziumdioxid-Nanokomposit, das als Flüssigkeit oder als Feststoff
vorliegt. Als flüssiges kann es durch Replikation bei Raumtemperatur oder durch 3D-
Stereolithographie-Druck strukturiert werden. Als festes Glassomer kann es mit klassischen
subtaktiven Strukturierungstechniken wie Bohren, Fräsen, Drehen oder einfach nur mit dem
Messer strukturiert werden. Darüber hinaus kann es durch thermische
Polymerformungstechnologien wie Nanoimprinting, Thermoformen oder Hochdurchsatz-
Rolle-zu-Rolle-Replikation strukturiert werden. Eine abschließende Wärmebehandlung
verwandelt die polymeren Nanokomposite durch thermisches Entbindern und Sintern in
hochwertiges transparentes Quarzglas.

Prozesskette Additive Fertigung –
Automatisierung der Einzelfertigung

Oliver Elbert; Grenzebach Maschinen GmbH
Karsten Behrend, EOS GmbH

Die Automatisierung im Bereich der additiven Fertigung zeichnet besonders deutlich das
Bild einer Smart Factory. Klassische Produktionslinien werden abgelöst durch
Produktionszellen, die je nach Auftrag mit dem entsprechenden Material versorgt und
nachbearbeitet werden können. Die damit verbundenen Herausforderungen auf Shopfloor
Ebene werden diskutiert und Lösungen aufgezeigt.